Presse und Referenzen


Off -Beat Magazin 4 /16
ob416

marimba festiva 16

Offenbach Post, vom  4. 6. 2016
op4.6.16

Offenbach Post, vom  21. 5. 2016

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muen16


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Rezension Berimbau Off Beat Magazin 2 2015

Inzwischen ist eine Aufnahme erschienen:
Udo Diegelmann, Berimbau

Rezession CW Nürnbereger Staatstheater




Rezension Trinity Off Beat 15
Inzwischen ist eine Aufnahme erschienen:
Udo Diegelmann, Trinity


auf YouTube

con tempo Ensemble 2013 mit Ney Rosauro und Workshopteilnehmern am 7.11. im Gallus Theater, Frankfurt


StadtPost Mühlheim v. 3.10.13

Sparkassenwettbewerb der Kulturstiftung Langen-Seligenstadt 2013


Sparkassenwettbewerb der Kulturstiftung Langen-Seligenstadt 2012, Landeswettbewerb Jugend Musiziert 2012 in Wiesbaden



Beim diesjährigen Musikwettbewerb der Sparkassen Kulturstiftung Langen-Seligenstadt erreichte das Schlagzeugensemble des Dozenten Udo Diegelmann der Mühlheimer Musikschule einen ersten Platz mit 24 Punkten. Das Trio mit Martin Meyer, Julian Hischmüller und Valentin Michel präsentierte sich am Donnerstag, dem 15.11. 2012 beim Preisträgerkonzert in der Kirche St. Marien, Seligenstadt,  mit dem Stück "Trio" zu Ehren des 100. Geburtstages des Komponisten John Cage, sowie einer weiteren Komposition aus ihrem Wettbewerbsprogramm.

Das Trio blickt in diesem Jahr zurück auf eine Erfolgsreihe, mit u.a. Spitzenplatzierungen beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Die 3 Schüler im Alter von 13- 16 Jahren freuen sich gemeinsam mit ihrem Lehrer über den Empfang der Urkunden und Preise.

Bundeswettberb 2012 Stuttgart


Erfolgreicher Abschluss:

Beim 49. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Stuttgart erreichte das Schlagzeugensemble des Dozenten Udo Diegelmann einen dritten Platz mit 21 Punkten. Das Duo mit Elias Fenchel und David Dombrowski traf auf Bundesebene unter den 17 in der Altersgruppe V angetretenen Ensembles der 17 - 18jährigen auf starke Konkurrenz.  Umso mehr freuten sich die beiden mit ihrem Lehrer über ihr sehr gelungenes Wertungsspiel am 30. Mai im Stuttgarter Theaterhaus und die erfolgreiche Platzierung als dritte Bundessieger.




mehr Infos



Amts und Mitteilungsblatt Markt Stockstadt am Main v. 23. 7. 2010





Offenbach Post, v. 7. 4. 2010







Main Echo, v. 11. 3. 2010




Der Schelm von Bergen
Aufführungen:
Do. 20. August bis So. 23. August 2009

Spielbeginn 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr





Presse (PDF)


Frankfurter Neue Presse vom 20.11.2007

Konzert verbindet Klassik und Elektronik


Neu-Isenburg. Konzentriert blickt Udo Diegelmann zu seinem konzertanten Partner — es ist ein moderner kleiner Kasten, im Volksmund auch Laptop genannt — dann setzt er den ersten Takt auf dem Marimbaphon. Die Taktfolgen des Musikvirtuosen werden immer variantenreicher, zwischendurch erklingt die Elektronik seines Spielpartners. Das Stück „Pentaphase für Marimbaphon und Elektronik“ komponierte Udo Diegelmann bereits im Jahre 1997, noch heute zählt es zu den Glanzstücken experimenteller Musik. Sie war einer der Höhepunkte des Sinfoniekonzertes in der Isenburger Hugenottenhalle.

Dies soll jedoch die anderen Programmpunkte keineswegs schmälern. Bereits der Auftakt hatte furios begonnen. Die mit abwechslungsreichem Instrumentarium besetzte Sinfonie Es-Dur aus der Feder von Antonin Rejcha erforderte von allen Mitwirkenden besondere Konzentration auf.

Auch das Capricietto für vier Pauken, hier wieder mit dem renommierten Schlagzeuger Udo Diegelmann als Solisten, schien alle herauszufordern. Ganz präzis wurden die Paukenschläge gesetzt und ganz präzis folgte der restliche Klangkörper dem Dirigentenstab von Peter Halmi. Der Komponist Ottmar Gerster wäre wohl begeistert gewesen.

Wie im berühmten Gewandhaus von Leipzig durften sich die Zuhörer fühlen, dort wurde 1811 nämlich das fünfte Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven uraufgeführt. In der Isenburger Hugenottenhalle saß ein heimischer Konzertpianist am Klavier, Klaus Cutik, der Leiter der Musikschule Dreieich. Am Ende gab es tosenden Applaus für alle Mitwirkenden — und Peter Halmi war zufrieden. Denn für ihn gilt das Motto: „Was zählt ist, wie dem Publikum unser Konzert gefällt“. (lp)

Am Samstag, 15. Dezember, 19 Uhr, wird das konzertante Ereignis im Bürgerhaus Sprendlingen wiederholt.



Offenbach Post vom 2. 7. 2007



Mühlheimer Nachrichten vom 2. 7. 2007


Langener Zeitung vom 4. 7. 2007



Hammelburger Saale-Zeitung, 14.11.2006


Pure Freude am Experimentieren

Stadtkapelle begeisterte mit Uraufführung einer modern-humoresken Komposition

Von Doris Bauer


HAMMELBURG Rund 300 Zuhörer durften im Rahmen des Herbstkonzertes der Stadtkapelle Hammelburg unter der Leitung von Hubert Hoche Zeuge der Uraufführung des Stückes „Treffpunkt 4/4/3" des Komponisten Udo Diegelmann sein. „Europa einmal anders" hieß das Motto, das sieben Länder klangvoll repräsentierte.
Eine Uraufführung ist ein feierlicher und durchaus ernster Akt. Diese zielte aber ebenso ganz bewusst auf die Erheiterung des Publikums ab. Durch den Rollentausch von Bläsern und Schlagzeugern an ihren Instrumenten und den Einsatz von untypischen Blasinstrumenten, wie einem Fön oder Laubsauger waren die Musiker fast schauspielerisch gefordert. So überraschte der Frankfurter Komponist mit einem zeitgenössischen Stück inklusive, „humorvollen Tendenzen", wie der Komponist und freie Musiker selbst betonte. Der Titel „Treffpunkt 4/4/3" spiegelt die wechselnden Taktarten wider.
Minimal Music
„Treffpunkt heißt es auch deswegen, weil verschiedene Musikrichtungen aufeinander treffen", bemerkte der Künstler, der von der „Minimal Music", die sich in den 60er und 70er Jahren in den USA entwickelte, inspirieren ließ und im Stück selbst am Marimbaphon, einem xylophonartigen Instrument, aktiv mitwirkte. So wurden Rhythmus und Melodie verschoben oder gegeneinander gesetzt und die warmen Töne des Marimbaphons mit dem strengen Orchesterklang konfrontiert.
Dass ausgerechnet die Stadtkapelle Hammelburg dieses Stück zum ersten Mal zum Besten brachte, ist dem Kontakt des Komponisten zum Dirigenten Hubert Hoche zu verdanken. Die beiden lernten sich vor Jahren auf Musikveranstaltungen, wie den Weimarer Frühjahrstagen, kennen und arbeiten schon einige Zeit zusammen. So entstand die Idee einer modernen und gelungenen Komposition für ein Blasorchester. Mit großem Applaus würdigte das Publikum den Höhepunkt des Abends.



Main-Echo, 14.11.2006

Musik mit Fön und Laubsauger

Der neue Dirigent Hubert Hoche gibt seine Visitenkarte ab

Von unserer Mitarbeiterin BARBARA OSCHMANN

HAMMELBURG Eine beeindruckende Visitenkarte gab die Stadtkapelle Hammelburg bei ihrem Herbstkonzert im Heinrich-Köppler-Haus ab. Mit ihrem neuen Dirigenten Hubert Hoche bot sie vor gut besetzten Rängen eine musikalische Rundreise durch Europa.
„Ein tolles Konzert. Das war mal etwas ganz anderes", schwärmen zwei Konzertbesucher auf dem Nachhauseweg. Und in der Tat sind ganz ungewohnte Klänge zu hören. So bei der Uraufführung von Udo Diegelmanns „Treffpunkt 4/4/3". Der Komponist des Stückes, selbst anwesend, spielt das Marimbaphon. Die Station Deutschland bildet somit den musikalischen Höhepunkt der Europareise.
Denn Rollentausch ist angesagt zwischen Blas- und Schlaginstrumenten, was an diesem 11.11. durchaus als kleine Hommage an den Faschingsauftakt verstanden werden darf.
Schon beim Auflegen der großformatigen Partitur lacht Dirigent Hoche mit seinen Musikern und meint: „Des is scho ä Pfund!"
Die erstaunten Zuhörer beobachten nun, wie die Blasmusiker durch Klopfen auf ihre Mundstücke den Rhythmus vorgeben. Udo Diegelmann lässt seine Klöppel zunächst links liegen und entlockt seinem Marimbaphon Töne durch Anblasen der hölzernen Klangkörper. Die Schlagzeuger tun es ihm nach, nur nehmen sie neben der Atemluft noch Fön und Laubsauger zu Hilfe.
Die Komposition lässt schließlich alle wieder zu ihrer gewohnten Spielweise zurückkehren, die Betonung bleibt jedoch auf der Rhythmik. Alle Register schwellen zu voller Lautstärke an, bevor das Marimbaphon einen Solopart hat. Weiche, warme Töne tropfen nun in den Saal, allmählich wieder begleitet durch Fagott und Posaunen, bis alle Instrumente nach und nach wieder einsteigen. Den Schluss bilden wie eingangs die Schlaginstrumente, die durch Anblasen zum Klingen gebracht werden. Dass das Experiment mit
diesem ungewöhnlichen Stück gut angekommen ist, zeigt der langanhaltende Applaus eines begeisterten Publikums.
Doch auch die anderen Stationen auf dem Flug durch Europa (mit „Reiseführerin" Kerstin Golling) haben viel Abwechslung zu bieten: Getragenes aus den Niederlanden, orientalische Anklänge aus Griechenland, fröhlich Tänzerisches aus England, vielseitige musikalische Bilder aus Österreich und eine sehr interessante Komposition aus Italien, die in fremde Welten entführt.
Die Stadtkapelle bietet an diesem Abend anspruchsvolle, symphonische Blasmusik und bei allem einen sehr homogenen Klangkörper. Für alle Liebhaber der Blasmusik darf jedoch der beliebte Otto-Zeier-Marsch als Zugabe nicht fehlen -sicher und souverän dargeboten. Die Idee einer europäischen Reise geht auf die Jubilarin Europa-Union Hammelburg (50 Jahre) zurück. So stimmt am Ende der ganze Saal in die Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunken" mit ein.



zu Treffpunkt 4/4/3:


Immer beim Hören der Konzerte sinfonischer Blasorchester beeindruckte mich vor allem der Aspekt der Performance.
D.h. es gibt viel zu sehen, da die Musiker nicht im Orchestergraben den Blicken des Publikums verborgen sind, sondern sich auf der Bühne offen präsentieren.
Da geschieht unwillkürlich sehr viel Interessantes, nicht nur die Bedienung der Instrumente, die Gesten, die Mimik und die Motorik der Spieler, sondern auch der geordnete Auf- und Abzug und die Interaktion. Ich hatte bei diesen Gelegenheiten stets den Wunsch, da es sich ja quasi schon um eine Bühnenshow handelt, deren dramatischen Aspekt zu verstärken und gestalterisch als Komponist in das Bühnengeschehen einer konzertanten Aufführung einzuwirken.
Es kommt in der Ouvertüre von Treffpunkt 4/4/3 zur Einbeziehung einer Szene. Da Musiker keine Schauspieler sind, können szenische Anweisungen nur aus dem normalen Bühnenverhalten der Musiker heraus vorgenommen werden. Das, was ich mir überlegt habe, soll Spaß machen, sowohl den Spielern als auch dem Publikum.
Das Stück insgesamt ist eine Melange, bestehend aus traditioneller Harmonik: Dur, Moll, mit Optionen und Funktionserweiterungen, Elemente des Bigband Jazz fließen ein, in erster Linie aber moderne Klassik in Form eines Minimal-music Stils. Wie häufig, besteht auch diese Komposition aus mehreren gleichzeitig stattfindenden Schichten, Ebenen, die ja eher unbewusst vom Hörer wahrgenommen werden. So gibt es neben dem szenischen natürlich den musiktheoretischen Aspekt.
Der Hauptteil 1 nach der Ouvertüre und vor der beinahe unbegleiteten Marimba-Solo Kadenz besteht aus einem 11/8 Pattern, das 11 mal um eine Achtel Note verschoben wird. Während die Saxofongruppe die Grundform beibehält, erklingen in den anderen Stimmen nach und nach die 11 Verschiebungen und zwar so, dass zur Grundform immer zwei weitere Verschiebungen gleichzeitig zu hören sind. Es entsteht der erwünschte rollende rhythmische Effekt, die Steigerung eines kanonischen, bzw. komplementär-rhythmischen Prinzips. Aus diesem Klangteppich erwachsen reizvolle Motive und Themen, zunächst für die Trompeten und schließlich für alle Blasinstrumente. Nachdem der energetische Verlauf in der Marimba-Solo Kadenz einen Ruhepunkt findet, baut sich die Spannung danach erneut auf. Das motivische Material wird im Hauptteil 2 sowie im Finale wieder aufgegriffen, verändert und unter neuen Gesichtspunkten präsentiert, so dass die Verarbeitung sinnvoll zu Ende geführt wird. Den Abschluss bildet ein szenisches Understatement als Rückbezug zum Anfang.

Udo Diegelmann, Frankfurt am Main, den 16.10. 2006


Rohrblatt:

5. Klarinetten Symposium in Dresden, Musikhochschule

Konzert am 30. 9. 2006

Uraufführung der Komposition: Im Traumstrom für Es-Klarinette, (Kontra-)Bassklarinette, Klavier und Schlagzeug von Udo Diegelmann


(Musiktheater)


(Programm)




Die 2. Frankfurter Herbsttage für Neue Komposition vom 4.-13.11. 2004

(Programm)

Retrospektive:

Der con tempo Kulturverein für zeitgenössische Musik veranstaltete ein Festival mit 4 Konzerten und 9 Uraufführungen in der Romanfabrik Frankfurt unter dem Motto Musik+

Das Motto der Herbsttage Musik+, die Erweiterung um ein übergeordnetes Thema oder eine andere Kunstform, wurde beim ersten Konzert am Donnerstag, 4. November 2004 in der Romanfabrik, durch Lyrik, die Texte zweier zeitgenössischer Autoren: Robert Gernhardt und Paulus Böhmer, beide aus Frankfurt am Main, eigelöst.

Bei vier Urauführungen stellten sich die Komponisten Gerhard Müller-Hornbach, Hubert Hoche, Pere Pou Llompart und Udo Diegelmann, die beiden letztgenannten sind auch Mitglieder des ausführenden con tempo Ensembles, der Herausforderung, die Texte dieser Autoren zu vertonen. Eine besondere Aufgabe in der Neuen Musik, wenn man an den lapidar-komisch-humorvollen Stil des Satirikers Gernhardt oder die apokalyptischen Visionen Böhmers denkt. Jeder Komponist fand eine ganz eigene und jeder eine andere Art der Umsetzung. Die Werke wurden vom con tempo Ensemble für die Besetzung Tenor (Pere Pou Llompart), Trompete (Peter Knodt), Kontrabass (Johannes Knirsch) und Schlagzeug (Udo Diegelmann) in Auftrag gegeben. Udo Diegelmann, Spiritus-Rector des Festivals, führte das Publikum in jedes Konzert ein. Die Texte wurden vor der Musikinterpretation von Michael Hohmann, Leiter der Romanfabrik, gelesen. Der Autor Paulus Böhmer gehörter zu den Zuhörern. Die Uraufführungen wurden mit Karlheinz Stockhausens "Melodien und Texten zum Tierkreis" von 1975 ergänzt. Frau Staatsministerin a.d. Ruth Wagner und Vizepräsidentin des hessischen Landtages eröffnete mit einem eindrucksvollen Begrüßungsvortrag die 2. Frankfurter Herbsttage für Neue Komposition.
Bei der Uraufführung von Hubert Hoches Schöne Fraun nach Robert Gernhardts gleichnamigem Gedicht für Tenor, Trompete und Schlagzeug darf der Schlagzeuger die Instrumente nur mit den Fingern anschlagen. Hoche lies ihn, gemeinsam mit dem Tenor und dem Trompeter in kurzen, die Musik ergänzenden Szenen, demonstrieren, dass schöne Frau´n einem wahrhaft den Verstand rauben können.
Die 2. Uraufführung war Udo Diegelmanns Komposition Welt 17 nach Robert Gernhardt für Tenor, Trompete, Kontrabass und Schlagzeug. Dass Robert Gernhardt mit den betagten Katzen in seinem Gedicht, Welt, Raum, Zeit nicht unbedingt Schmusekätzchen meinte, hat man spätestens dann erkannt, als bei Einspielungen von Tierstimmen in Diegelmanns Komposition, Löwengebrüll erklang. Die Musik folgte einerseits formalen Vorgaben des Gedichtes (Zeilenzahl, Silbenzahl), transportierte gleichzeitig auch die komischen, satirischen und assoziativen Elemente des Texts.
Die folgende Uraufführung von Gerhard Müller-Hornbachs Komm, erstes Wort - und anderes... bestand aus fünf Miniaturen nach fünf Gedichten von Robert Gernhardt für Stimme, Trompete, Kontrabass und Schlagzeug.
Die Reduzierung der Texte auf nur Vokale und Konsonanten als Grundlage des Gesangstextes und homophone, mosaikartige Struktur der Begleitinstrumente, hatte eine belustigende Wirkung auf die Hörer und erinnerte an ausgelassene Sprechspielereien aus Kinderzeiten. Müller Hornbach übertrug in seiner Art der Vertonung die rhythmischen, formalen und klanglichen Qualitäten der Gedichte ins Musikalische und fing dabei etwas von deren humorvoll-hintergründigen und lapidaren Charakter ein.
Den Abschluss bildete die Uraufführung von Pere Pou Llomparts Kryptykon nach Texten von Paulus Böhmer für Tenor, Trompete, Kontrabass und Schlagzeug. Llompart teilte den 20 seitigen Böhmer Text: Ich bin Boticcelli oder - Zucker in der Weltmaschine in zwei Teile: nur in musikalische Stimmung umzuwandelnde und in als Gesangsstext zu vertonende Passagen. So konnte er die apokalyptischen, depressiven Bilder in seiner Musik ausdrucksvoll wiedergeben und gleichzeitig einen grossen Teil des Textes präsentieren und gesanglich deuten.
Die gelockerte, angenehme Stimmung in die Publikum und Beteiligte an diesem Abend kamen, zeugte von einem gelungenen Versuch Humor und Neue Musik zusammenzubringen. Er bewirkte nicht ein lautes Herausprusten, sondern ein amüsiertes In-sich-hineinlächeln und bescherte allen einen entspannten Donnerstagabend.

Das Konzert 2, am Mittwoch, 10. November 2004, trug den Titel Musik + Scheinwelt. Das Streichtrio via nova aus Weimar bestehend aus Magdalena Rozanska, Violine, Christiane Freywald, Viola, Markus Löbling, Violoncello musizierte mit 2 Gastgebern als Gäste: Udo Diegelmann, Glasschlagzeug, und Peter Knodt, Glastrompete.
Den Begriff Scheinwelt verwendet man gemeinhin dann, wenn jemand fern jeder Realität, in seinen Träumen vor sich hinlebt. Weitergefasst aber, lebt im philosophischen Sinn ja jeder in seiner eigenen, inneren Scheinwelt, die sich von der objektiven, äußeren Welt, die für alle gleich ist unterscheidet. Beim Komponieren überträgt jeder Komponist automatisch seine innere Scheinwelt in die Musik und teilt so den Hörern auch etwas sehr persönliches mit.
Die Komponisten Johannes K. Hildebrandt, Pere Pou Llompart, Peter Knodt und Udo Diegelmann waren anwesend, erläuterten ihre Werke und standen auch für Fragen zur Verfügung. Das erste Werk Windspiele von 1995 für Streichtrio war sozusagen die Visitenkarte des via nova Ensembles. Ob leichtes Säuseln, eine kräftige Bö, oder peitschender Sturm und Gewitter, die drei Streicher waren allen Anforderungen die der Komponist Siegfried Matthus an das Zusammenspiel und die virtuose Klanggestaltung von Violine, Viola und Violoncello stellt, gewachsen.
Und so auch bei den folgenden Uraufführungen: Peter Knodts Werk trug den Titel Glasstrich für Streichtrio und Glastrompete.
Peter Knodt verfügt über reichhaltige Erfahrung auf der Glastrompete. Er setzte den reinen Tönen des Trios die naturschönen, durch Überblastechnik aber in der Zahl begrenzten Töne seiner Glastrompete entgegen. Für ihn stellt die Begrenzung eine Scheinwelt dar.
Die Uraufführung von Pere Pou Llomparts Streichtrio war von Begriffen inspiriert, die der Komponisten selbst für sein Stück entwickelt hat, wie Klangillusion, Nachklang oder gehörter aber nicht gespielter Klang.
Bei der Uraufführung von GlaeSig für Streichtrio und Glasschlagzeug wirkte der Komponist Udo Diegelmann als Glasschlagzeuger mit. Für ihn ist Glas von jeher ein Symbol der Scheinwelt, des paradiesartigen Jenseits. Ein Hinweis aus altnordischen Volksmärchen hierauf sind auch die Glaesisvellir, ferne Glasberge, die als Totenberge bezeichhnet werden. Die Mythologie- und Sprachforscher Gebrüder Wilhelm und Jacob Grimm aus Hanau haben in der Tat zwischen 1812 und 1857 nicht wenige Geschichten gesammelt und herausgebracht, in denen Glasberge eine immer wieder bedeutende Rolle spielen und die den Symbolwert des Glases anschaulich unterstreichen. Michael Hohmann las dazu Auszüge aus dem Märchen der Trommler und machte anschaulich, wie Märchen, Träume, oder Vorstellungen über ein Leben nach dem Tod Scheinwelten sind.
Die 4. Uraufführung und Abschluss des Abends bildete Johannes K. Hildebrandts Bruchstück II für Streichtrio. Der Weimarer Komponist und Leiter des via Nova Ensembles hatte dieses Bruchstück, es soll später durch weitere ergänzt werden, speziell für die 2. Frankfurter Herbsttage fertiggestellt.

Das Konzert 3 am Donnerstag dem 11. November 2004 trug den Titel Musik + Naturwelt
Das shawnigan-trio um den Flötisten Mathias von Brenndorf, mit Ulrike Goldbeck, Klavier und Mario Blaumer, Violoncello begeisterte an diesem Abend das Publikum durch eine hervorragende Ensembleleistung.
Zu Anamnesis IV von 1995 des Amerikaners William Jordan las Michael Hohmann Texte von Ingeborg Bachmann, Günther Grass und H.C. Artmann nach denen die einzelnen Sätze des Werks komponiert worden waren.
Nach der folgenden Triomusik von 2003 stand deren Komponist Patrik Bishay für die Fragen des Publikums zur Verfügung.
Stephan Adams Techno Macabre, ebenfalls aus dem Jahre 2003, stellte höchste Ansprüche an die Virtuosität des Trios.
Das Wesen, die Geräusche der Natur bzw. Stimmen von Tieren interessieren Komponisten seit jeher sehr stark. Dafür, daß bildende Künstler und auch Musiker sich von der dem Menschen übergeordneten Natur, er ist ja deren Bestandteil, für die von und für Menschen gemachte Kunst inspirieren lassen, gibt es viele Beispiele. Beethovens Pastorale und Olivier Messiaens Vogelkatalog seien kurz erwähnt.
Der 1929 geborene amerikanische Komponist George Crumb hat in seinen Vox Balaenae für Flöte, Klavier und Cello von 1971, die Aufnahmen von Walstimmen als Grundlage verwandt. Von CD eingespielte Walgesänge versetzten das Publikum vor Konzertbeginn sowie vor dieser Schlusskomposition in die passende Stimmung. Die Ruhe, die von der Komposition und der Interpretation durch das shawnigan-trio ausging, lies die Hörer in blaue Tiefen versinken, vermittelte die Ahnung eines Naturgrabs mit unendlich weiten Räumen.

Das Motto Musik+, die Erweiterung um ein übergeordnetes Thema oder eine andere Kunstform, wurde beim 4. und Abschlusskonzert am 13. November 2004 wieder durch Prosa und Lyrik bzw. diesmal durch das Thema "Schicksal" eingelöst.
Das Bärmann Trio, bestehend aus 2 Klarinettisten des Radio Sinfonie-Orchesters Frankfurt, Sven van der Kuip und Ulrich Büsing, dem Pianisten John Noel Attard und die Schauspielerin Birgit Kindler präsentierten eine anregende Mischung aus Kammermusik und Lesung. Die Texte von Paolo Coelho, Giorgio Manganelli und Bruice Chatwin, handelten von Schuld, Angst und Hölle und waren auf eine besondere, assoziative, die Phantasie anregende Weise mit den Kompositionen verbunden. Im Zentrum des Programms standen Werke von Margret Wolf, Andreas Sorg, Giselher Klebe und Erkki-Sven Tüür, die zum Teil vom Bärmann-trio in Auftrag gegeben und bereits uraufgeführt wurden. Die FAZ vom 8. Mai 2003 beschrieb die Stimmung der Musik und der Texte als oft schwer und bedrückend, in tiefste Tiefen menschlicher Psyche hinabsteigend. Speziell für die 2. Frankfurter Herbsttage für Neue Komposition wurde das Programm mit weiteren Gedichten von Peter Huchel, Ingeborg Bachmann, Hilde Domin sowie die Uraufführung des Werks "about Eve" des Frankfurter Komponisten Patrik Bishay ergänzt. Er beantwortete vor der Pause einem interessierten Publikum mehrere Fragen u.a. auf welche Parameter sich bei seinem Stück die Fibunacci Reihe bezieht. Die ausser Frage stehende hervorragende Leistung des Bärmann trios wurde durch die Seelenruhe mit der Birgit Kindler die Texte zelebrierend und konzentriert las, abgerundet.
Beim Schlussstück : Andreas Sorgs Höllental sowie Bruce Chatwins Text, Traumpfade, klang noch einmal an, was sich im Laufe der 4 Konzerte trotz unterschiedlicher Einzelthemen als Gesamtessenz herausschälte: Existenz und Philosophie sind passende Themen zu der Musik, die momentan komponiert wird und die unsere Gegenwart mit Hinblick auf die Zukunft beschreibt und in sich trägt. Die Werkseinführungen, das Anschaulichmachen durch Beispiele, das Lesen der Texte und die offene Beantwortung der Publikumsfragen durch die Komponisten und Musiker vor der Pause bildeten insgesamt eine Form der Vermittlung Neuer Musik, die, entsprechend eines Grundsatzes des con tempo Kulturvereins, die dargebotene Musik transparent und einem breiteren Publikum zugänglich machte und von den Besuchern sehr gut aufgenommen wurde.



Neue Presse vom 11.11.2004

Neue Musik mit Humor

Die Herbsttage für neue Komposition eröffneten in der Frankfurter Romanfabrik.

Soweit bekannt, ist bisher noch kein Komponist auf die Idee gekommen, Texte des meistgelesenen deutschen Lyrikers unserer Zeit zu vertonen. Warum Robert Gernhardts Gedichte mit Neuer Musik möglicherweise schwer zusammengehen könnten, ist wohl die Frage. Es könnte sein, dass die milde Ironie, die bisweilen larmoyante und männerbewegte Melancholie, das lustvolle Bad Gernhardts im Unaussprechlichen, die in ausgewählte Form und Verse gegossene Spannung von Pathos und Alltag dem ernsthaften musikalischen Diskurs im Wege steht. Oder anders: Es ist schwer zu glauben, dass Neue Musik auch zum Lächeln bringen kann.

Das Eröffnungskonzert der 2. Herbsttage für neue Komposition in der Romanfabrik führte die Lösung dieser Problematik eindringlich vor. Werke von Hubert Hoche, Udo Diegelmann und Gerhard Müller-Hornbach suchten nach gangbaren Wegen, konzentriert auf die Besetzung des «Con Tempo Ensemble» mit Udo Diegelmann am Schlagzeug, dem Trompeter Peter Knodt, dem Kontrabassisten Johannes Knirsch, dazu dem virtuos zelebrierenden Tenor Pere Pou Llompart. Hoche und Diegelmann strukturieren die Texte («Schöne Fraun», «Welt 17») durch instrumentale Kommentare und freibetonende Textdeklamation. Mehr oder weniger assoziative Vertonungen. Müller-Hornbach nimmt sich mit dadaistischem Verfremden (nur Vokale, nur Konsonanten) die Texte vor – eine höhere Ebene von verbal-instrumentaler Verschmelzung. Ob hier auch noch eine höhere Ebene von Humor möglich wird? Immerhin, ein gelungener Versuch.


Darmstädter Echo vom 7. 6. 2004

Wie Treppen klingen
Musikalisch-literarische Soiree: „Chateauphonie“, eine etwas andere Führung durch das Jagdschloss und den Garten in Kranichstein

DARMSTADT. Im Schloss Kranichstein in Darmstadt dreht sich alles um die Jagd. In den Vitrinen glänzen Waffen aus vier Jahrhunderten und an den Wänden hängen die erbeuteten Geweihe. Wegen der reizvollen Umgebung sind Rundgänge durch die Räume und den Garten nicht nur bei Jägern begehrt. Am Samstag lud Ruth Fühner gemeinsam mit der Posaunistin Annemarie Roelofs und dem Schlagzeuger Udo Diegelmann zu einer etwas anderen Führung - mit anzüglichen Texten und beziehungsreicher Musik. „Chateauphonie“ hieß diese Soiree.

Mit der Posaune fängt alles an. Sie kann wie eine Fanfare klingen, aber auch wie ein Horn. Immer jedoch gibt sie ein Signal – der Trommler weist den Weg. Ihm folgen alle in den Gemüsegarten, wo die Pflanzen aussehen, als sollten sie lediglich den Blick ergötzen. Erst wenn man sich auf den ungewöhnlichen Dialog zwischen Posaune und Becken einlässt, blickt man dahinter und erkennt, dass es sich um Obstbäume und Nutzpflanzen handelt. Die Musik ist verschweißt mit den Texten gekrönter Häupter und inspirierter Literaten. Bei Kafka endet der Übermut, und die Gesellschaft wechselt in die Waffenkammer, wo sie von den Musikern mit Knarre und Perkussion erwartet wird. Die Parforce-Jagd ist schließlich ja keine Kaffeefahrt.

Schlösser erzählen Geschichten, und Ruth Fühner hört ihnen zu. Doch was sie woanders erfuhr, taugt nicht in dieser Umgebung. In Kranichstein mussten Tiere sterben, damit Fürsten ihr Vergnügen fanden. Deshalb ist die Performance hier weniger ausgelassen, als in Mainz oder Hanau, und auch in der Musik werden Kugeln gegossen, um Hirsche zu treffen. Annemarie Roelofs erregt mit ihrer Posaune die anmutige Resonanz eines Glockenspiels, die sich in einem aggressiven Schlagzeugsolo Bahn bricht. Die Philosophie des Raumes erschließt sich durch Backpfeifen mit Schlagzeugstöcken, die jeder Treppenstufe einen eigenen Klang abringen. Und immer wieder Jagdsignale.

Im Rondellzimmer wartet auf Udo Diegelmann das Marimbaphon, und Annemarie Roelofs greift zur Violine. Früher konnte man hier aus jedem der Fenster eine andere Schneise beobachten. Wo immer sich die Keiler hinwandten, wartete der Tod auf sie. Die Hirschgeweihe an den Wänden werden in die Perkussion einbezogen. Aus einem Lautsprecher erklingt elektronisches Geknatter, das sich bald zu Waldgeräuschen wandelt. Die Instrumente lachen behäbig. Dann röhrt ein Hirsch, dem die Posaune antwortet. Die Erwiderung kommt von grunzenden Wildschweinen. Die Dialoge steigern sich, werden schneller, erregter, heftiger – bis die „Chateauphonie“ abbricht und auch Franz K. sprachlos ist. Hinterlistig hat sich das Schloss seinen Blicken entzogen.

Marc Mandel




Fuldaer Zeitung v. 23.06.2003


Main-Echo Kultur v. 18.03.2003

Mut zum Experiment


Ensemble con tempo in Obernburg

Zum Konzert der Spitzenklasse avancierte die Matinee des con tempo Ensembles in Obernburg. Peter Knodt und Udo Diegelmann sorgten mit ihrem Programm Klangszenen, einer Darbietung deutscher und amerikanischer Kompositionen, für aussergewöhnliche Eindrücke. Dieter Schaller moderierte das ungewöhnliche Konzert.

Die beiden Musiker beherrschen virtuos ihre Instrimente, sie zeigen sicheres Gespür für harmonische Proportionen, im formalen, melodischen und rhythmischen Aufbau. Ihre Interpretation lebt von Witz und spontanen Einfällen. Da wirkt nichts gekünstelt. Und sie haben Mut zum Experiment.

Verblüffend klar und mit Blubbergeräusch wurden Trompetentöne im Wassereimer produziert, außerdem machte man Bekanntschaft mit einer Glastrompete. Fabelhaft, was Knodt damit an Naturtönen hervorzaubern kann, sogar Zweistimmigkeit. In seinen Haiku-Vertonungen illustriert Knodt damit die verschiedensten Bilder, man hört im Wald die Säge oder den Storch durch den Frühling staksen.

Ein hervorragend aufeinander eingespieltes Duo, das mit dan klanglichen Möglichkeiten von Marimba, Vibraphon, Trommeln Tempelblöcken, den verschiedensten percussiven und aerophonen Klangfarben spielt und wundersame Assoziationen weckt.

Selbst wenn beide Musiker durch einen Vorhang getrennt sind, schaffen sie einen präzisen gemeinsamen Anfang und lupenrein unisono geführte Passagen. Imponierend, wie virtuos Diegelmann mit vier Schlegeln über die Holz -und Metallplatten fegt und sein Spiel bei seiner Komposition Pentaphase noch mit Tonbandklängen kombiniert.

Ob bei Ben Johnstons Palindromes, Hubert Hoches TWOgether oder K.H.Stockhausens Tierkreis; Auffallend ist die Affinität zu den Kunstformen Literatur und szenische Darstellung. So bot dieses Konzert auch durch Dieter Schallers einfallsreiche Moderation einen leichten Zugang und spannende Stunden für die sich das Publikum lange und herzlich bedankte.

Heike Aengenheyster-Blum


1. Frankfurter Herbsttage für Neue Kompositione 2002

(Programm)

Frankfurter Rundschau 2002, Kulturspiegel

Erscheinungsdatum 08.11.2002


C- & A-Moll


Neue Musik und Jazz mit dem Frankfurter New Music Trio


Von Bernhard Uske

Gäbe es einen Gleichstellungsbeauftragten für Jazz - das Auftaktkonzert der "Frankfurter Herbsttage für Neue Komposition 2002" wäre nicht durchgegangen. "Neue Musik und Jazz" war dessen Thema, aber wo bitteschön blieb der Jazz? Die drei Mitglieder des Frankfurter New Music Trio - Annemarie Roelofs, Vitold Rek und Udo Diegelmann haben als Geigerin und Posaunistin, als Kontrabassist und Schlagzeuger in der Improvisations- und Jazzszene einen guten Namen und ihre eigenen Werke, die das Programm des Abends im Theaterhaus in Gestalt von fünf Uraufführungen ausmachten, passten dazu.

Allerdings hat der Kontakt mit der Neuen Musik, der sich hier dokumentierte, anscheinend eine Art Jazz-Ausnüchterung bewirkt und die Wurzeln des Idioms austrocknen lassen. Bei Udo Diegelmann, der als höchst sublimer Schlagzeuger und Komponist in Frankfurt bekannt ist, war man solch experimentelle Klangresultate gewöhnt.

Dass aber auch Annemarie Roelofs und Vitold Rek sich auf solch ungewohntem Klangboden bewegen, war eher überraschend, wenngleich charakteristischer Personalstil durchaus erhalten geblieben ist. In zarter Nostalgie artikulierten sich die Intonationen polnischer Volksliedtradition (Tell me my boy) und slawisch-russischer Pentatonik (Hey you) bei dem polnischen Ausnahme-Jazzbassisten, dessen hypersensible Instrumentenbehandlung allein schon ein Genuss war.

Gegenüber den beiden männlichen Klangsensibilisten war die Posaune blasende und Geige spielende Roelofs fast so etwas wie das Prinzip Forschheit. Kalkül und Distanz überwogen auch bei ihrem repetuum mobile (2002), das so etwas wie die Geburt des Zusammenspiels aus dem Geist des Webstuhls bekundete nach dem Motto: alles, was grooven will, ist doch nur Mechanik. Ihr finaler C-& A-Moll-Beitrag in a-moll ist ungleich c-moll war eine Art motorischer Organentnahme am Leichnam von Johann Sebastian Bachs a-Moll-Violinkonzert, die ein Alfred Schnittke nicht besser hätte vornehmen können.

Udo Diegelmanns Five Movements für Violine, Posaune, Kontrabass, Schlagwerk und Elektronik waren das zeitaufwändigste Werk. Das Stück basierte über weite Strecken auf Tonhöhen der sonst eher nur als Pulsgeber genutzten Schlaginstrumente Becken und Trommel samt einigen abstrakten Geräuschbändern und dem Umspielen durch die Trio-Kombattanten. Eine längere Rhythmus-Sequenz darin wirkte wie das Vorzeigen des einstigen Jazz-Wurzelwerks, das nurmehr wie im Schauglas existiert.
So war der Abend eine konstruktive Paradoxie: Neue Musik und Jazz endlich geeint.


• Das Konzert der Herbsttage am heutigen Freitag, 8. November, in der Romanfabrik, das unter dem Motto "Neue Musik und Lyrik" steht, bietet die Kombination Countertenor und Schlagzeug, während der abschließende Abend am 11. November in der Bockenheimer St.Elisabeth-Kirche mit dem Aiolos Duo Neue Musik für Flöte und Harfe präsentiert .



con tempo Musiktheater:

Painful Strokes And Horrible Screams

für Schlagzeug und Gesang



Mühlheimer Stadtpost v. 17.10.01

Das GFKM Orchester im Musikalischen Herbst der Mühlenstadt

zu Rosauros Konzert für Marimba und Orchester

...Das davor aufgeführte Konzert für Marimbaphon und Streichorchester zeichnete sich durch den hervorragenden Solisten Udo Diegelmann aus, der mit vier Schlägeln sein Instrument in schwierigen Tonfolgen und oft schnellen Tempi souverän beherrschte, wobei die Streicher des GFKM Orchesters, besonders die erste Geigerin Mimi Heinze, gekonnt assistierten.


Fuldaer Zeitung vom 18.06.2001

Skurriles in Klang und Wort

„Chateauphonie“ in Schloss Fasanerie begeisterte


Von unserem Redaktionsmitglied
Erika Dingeldey

Eichenzell-Adolphseck
Was ist eine Chateauphonie? Der originelle Wortmix steht für eine nicht weniger originelle Collage aus Musik und Texten, die ein Schloss und seine Geschichte auf ungewöhnliche Weise zum Klingen bringen.
Wie das geht und wie eindrucksvoll das sein kann, konnte man vor kurzem in Adolphseck erleben: Drei Künstler aus Frankfurt hatten eingeladen zu einer Führung der besonderen Art durch Schloss Fasanerie. Und alle, die sich auf dieses Angebot eingelassen hatten, erlebten einen unvergesslichen Abend.
Töne, Klänge und Worte lockten die kleine Gruppe der Zuhörer vom Innenhof in die Eingangshalle, wo Erzählerin Ruth Fühner mit Zitaten des Freiherrn Schenk zu Schweinsberg die Vergangenheit des fürstbischöflichen Schlosses lebendig werden ließ. Udo Diegelmann, ein gebürtiger Fuldaer und ein Könner an den Schlaginstrumenten, zeigte seine Meisterschaft in musikalischer Skurrilität. Fremdartig-schön ertönte seine Klangskulptur, witzig und faszinierend seine Rollomusik mit Jalousie-Kurbel, Becken und Violine, rhythmisch mitreißend schmerzhaft die „Zwischenwelt“ mit singender Säge und Knarre, die Tafelaufsatzmusik, die im Fuldischen als Karfreitagsratsche bekannt ist.
Zusammen mit der Posaunistin Annemarie Roelofs führte der Percussion-Künstler die Gäste durch das Schloss, das sich an diesem Abend in sanfter sommerlicher Schönheit präsentierte.
Vom Antiquarium, wo Edgar Allan Poe literarischer Begleiter war, ging es mit zartem Glockenspiel zur Kaisertreppe, auf der unter hohem Gewölbe die Pauken gewaltig erklangen und die Gäste zu feierlichem Schreiten verführten. Nächste Station war der große Festsaal, in dem Posaune und Tam-Tam warteten, ehe der Meister der Schlag- und Trommelstöcke zu den leichten Besen griff und den goldenen Tafelaufsatz zum vielseitigen Rhythmusinstrument umfunktionierte.
Höfisches Zeremoniell und Jagdszenen bestimmten den Klangraum im so genannten Reihersaal. Johann Sebastian Bach hätte seine Freude gehabt an der für Violine und Marimbaphon umgearbeiteten Invention Nr. 13 und der grandiosen Marimbaphon-Deutung seines Präludiums. Erzählerin Ruth Fühner baute mit Joseph von Eichendorff, Kafka und Sigmund Freud Luft- und Traumschlösser; und zu hören war auch, was man unter einer Reiherbeize zu verstehen hat.
Der Audienzsaal im abendlichen Dämmerlicht war Edgar Allan Poes Schauererzählung vorbehalten; auch hier ergänzten sich Schlossgeschichten und Klänge und wurden zur Chateauphonie.
Das Finale vereinte die Besucher im Park, wo im chinesischen Pavillon mit herrlichem Blick auf Schloss Fasanerie Udo Diegelmann und Annemarie Roelofs mit Drum-set und Posaune einen fetzigen Abschied jazzten.
Fasanerie entließ beglückte Besucher; von Traum-, Luft- und dem echten Schloss als Klangraum tief beeindruckt.


Main Echo vom 13.02.2001

Leicht gemeistert

Lehrerkonzert der Musikschule Stockstadt

Gemeinsam mit Udo Diegelmann am Vibraphon eröffnete Waldemat Jarczyk den dritten Schwerpunkt des Konzertes, der der Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewidmet war. Stockhausens 1975 entstandene Komposition "Tierkreis" zählt zu den bekannteren Werken des Komponisten. Ausgehend von der Beschäftigung mit den menschlichen Eigenschaften, wie sie den einzelnen Charakteren der Sternbilder zugeordnet sind, gestaltete Stockhausen die 12 Miniaturen in einer sangbaren Melodik. Der Zugang zu den Stücken wurde dadurch erleichtert, da den Hörern zu jedem Sternbild ein von Stockhausen selbst verfasster Text zur Verfügung stand. Man kann den beiden Künstlern ein grosses Kompliment machen: die Qualität ihrer Interpretation erweckte in vielen Zuhörern den Wunsch, das Werk wieder zu hören und sich weiter damit auseinander zu setzen.



Südkurier vom 15.2.2000

Zwingende innere Auseinandersetzung mit Klängen

Ensemble Con Tempo mit Klangszenen in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut

Musik, Maschine, Materialien und im Schnittpunkt der Mensch - rund 100 Waldshuter erlebten die Faszination zeitgenössischer Musik mit Kompositionen von Bröder, Diegelmann, Suberg und Xenakis.

Ralph Mangelsdorff, der zu Deutschlands derzeit bekanntesten Countertenören gehört, führte mit seinen grossen stimmlichen Fähigkeiten den Abend bei "Kassandra" auf einen Höhepunkt.

Udo Diegelmann, Komponist und Percussionist dieses Abends, harmonisierte mit dem Marimbaphon elektronische Elemente, schien, während des Spiels zum Bestandteil einer „Mechanik“ zu werden, der er aber feine Nuancen der Veränderung einflocht. Das Thema, der Rhythmus, sie drangen vom Kopf bis in die Zehenspitzen, legten es mit ihrer harmonischen Ausrichtung scheinbar auf eine Versöhnung zwischen Mensch und Maschine an.

Die stärkste Verfremdung brachte Sehnsucht von Alois Bröder. Das Publikum wurde konfrontiert, entfremdet von Romantik, und ging mit. Nicht nur am Beifall war abzulesen, dass die Zuhörer engagiert erleben und mitdenken wollten. Die zeitgenössische Musik an diesem Abend war fern vom reinen Experiment um des Experiments willen. Durchdacht jede Note, jeder Rhythmus, jedes eingesetzte Instrument.


Frankfurter Rundschau, Kulturspiegel vom 1.2.2000

Beamtenkuh mit mentaler Zitze

das Ensemble con tempo präsentierte Prophetisches in Neuer Musik: Werke von Udo Diegelmann und Andreas H.H. Suberg

Mit der Zeit gehen, sich Zeit nehmen, mit Tempo spielen - all das mag im Namen des Ensembles stecken.

Andreas Subergs geräuschklangintensive Musik, elektro- akustisch bearbeitet, bildete einen tragenden Hintergrund für das Timbre der phänomenalen Countertenorstimme Ralph Mangelsdorffs.

Der 1959 geborene Udo Diegelmann hingegen, hat sich ganz einer rhythmisch zentrierten, minimalistisch ausformulierten Komponierweise verschrieben. Seine Kompositionen waren gleichsam die Kehrseite der Subergschen: Pattern-Taylorismus, gesteigert durch vom Band zugespielte weitere Fertigungsstufen. Schweisstreibend war das Geschäft des Schlagzeugers, der alle Schlegel beisammen halten musste um das von ihm geschaffene Räderwerk am Laufen zu halten.

Bei Iannis Xenakis Kassandra war es dann Mangelsdorff, dem der Schweiss auf die Stirn trat. Was hier, in der Katastrophenversion der aus Troja verschleppten Seherin, an Deklamation gefordert war, stellte alles in den Schatten.

In der Bundesrepublik Deutschland scheinen die Seher und Seherinnen sich allesamt im Hohen Haus zu Bonn bzw. Berlin zu sammeln, wo sie besonders treffsicher auch sich selbst zu deuten verstehen. Alois Bröder hat die gesammelten Schimpfwörter der Bundestagsabgeordneten in einer lakonischen Performance zwischen Mangelsdorff und Diegelmann mit einem Gedicht Friedrich Rückerts, Gestillte Sehnsucht, konfrontiert. Was kommt gezogen auf Traumesflügeln?, fragt der Dichter, und die kalten Seher, alles ahnenden und tief Blickenden antworten: Banditentum, Bankrotteur, Beamtenkuh; Cheflügner, Eierttänzer, Geldraffer, Lackschuh-panther, Petersilien-Guru, Sauhaufen.

B.Uske


12.10.1999

Referenz (zum Konzert Solopercussion am 24./25.9.1999) :

Udo Diegelmann verfügt neben fundiertem handwerklichen und fachlichem Können ebenso über pädagogisches Geschick gegenüber seinem Publikum. Seine enorme Vielfältigkeit zeigt sich in der Beherrschung aller Schlaginstrumente und verschiedener Richtungen. Er komponiert in solcher Art und Weise für sein Instrumentarium, dass der Hörer spürt, die Werke sind den Instrumenten auf den Leib geschrieben. Durch absolute Kenntniss der vielfältigen Möglichkeiten des Musizierens auf dem Schlagwerk (Percussion), bewirkt er intensive Hörerlebnisse, innere Bilder und starke Empfindungen.

(Irene Schuh, Malerin, Dipl.Grafik Designerin, Veranstalterin,Tel: 069/658334)


26.9.1999

Referenz (zum Konzert Solopercussion am 24./25.9.1999) :

Die hohe Qualität der Musik Udo Diegelmanns ist unbestritten. Meiner Meinung nach sollten Diegelmanns Projekte noch weitaus bekannter sein. Das Theaterhaus Frankfurt präsentiert regelmässig in den laufenden Programmen hochwertige zeitgenössische Musik.

(Gordon Vajen, Intendant des Theaterhauses, Frankfurt am Main, Tel:069/29986110)




Giessener Allgemeine, 2.10.1999

Thema Sitzen-vom Heiligen Stuhl bis zum Knast

-Als Bestandteile einer geplanten orchestralen Installation dienten Gerhard Burks Stuhlobjekte dem landesweit bekannten Schlagzeuger und Percussionisten Udo Diegelmann als Instrumente.Variationen für Klangskulpturen in Stuhlform zeigte einen Stahlrohrstuhl mit Saitenbespannung, dem durch Anschlagen und Mit- dem-Bogen-streichen, Töne entlockt wurden. Sodann das zweite Objekt aus Metallblech, das, mit Trommelstöcken und kleinen Hämmerchen zum Klingen gebracht, mit dem Drehstuhl aus Holzflächen und Metallgestell nur noch die Sitzfläche gemeinsam hatte. Dieser Dritte quietschte sich buchstäblich mittels sensibler Drehbewegungen einen ab. Ruth Fühner setzte ihre vielseitige Begabung als Sängerin und Rundfunksprecherin ein. Ihr war der Stehpultstuhl und eine aufrechte Rolle zugedacht, während ihr Partner das Sitzen in die Performance miteinfliessen liess.

Zuvor hatte Diegelmann bereits mit zwei Werken aus dem Bereich der Minimalmusic für Marimbaphon und Tonband, Kostproben seiner Fingerfertigkeit abgeliefert.


Giessener Anzeiger, 2.10.1999

Selbst ein quietschender Stuhl stiess auf Interesse der Künstler

Sitzweise-sinnlich: Im Löbers rückt ein Gebrauchsmöbel in den Mittelpunkt

-Umrahmt wurde das Programm eindrucksvoll durch die musikalischen Einlagen von Udo Diegelmann.

Während er auf dem Marimbaphon Fingerfertigkeit bewies und ein besonderes Rhythmusgefühl für seine Kompositionen, die im Hintergrund von Tonbandaufnahmen unterlegt wurden, überraschte er die zahlreich erschienenen Gäste mit musikalischen Variationen über die Stuhlobjekte. Zusammen mit der Journalistin Ruth Fühner gestaltete er eine Wort-Klang Collage der besonderen Art.

Mit Plastiklöffeln und einem Geigenbogen musizierte Diegelmann auf einem Saitenstuhl. Zur rhythmisch vorgetragenen Geschichte des Zappelphillips, der nicht ruhig sitzen bleiben konnte, nutzte der Musiker eine Metallbank als Schlaginstrument. Selbst das Quietschen von Arm und Rückenlehne eines vermutlich nicht geölten Stuhls verarbeitete er in der Performance mit Ruth Fühner, die sachliche oder poetische Texte durch verschiedene Betonungen gekonnt vortrug. Der etwas andere und unübliche Gebrauch der Sitzgelegenheiten begeisterte die Zuschauer und erreichte an diesem Abend, was alle Künstler und Autoren beabsichtigten: ein simples Möbelstück in den Mittelpunkt unseres Bewusstseins zu rücken.


12.09.1999

Referenz: (zur Chateauphonie im Heidelberger Schloss am 1. 8.1999)

Das Projekt Chateauphonie im Heidelberger Schloss stiess auf eine sehr positive Reaktion des Publikums und auch mir hat es durchweg gefallen. Besonders beeindruckt hat mich die fleissige Vorarbeit, die für einen solchen Abend geleistet werden muss. Ich äussere mich gerne gegenüber Ihren prospektiven Interessenten, denen Sie meine Telefonnummer geben können.

(Helmut Hein, Intendant der Heidelberger Schlossfestspiele, 06221-583502)


Experimentelle Musik im Atelier Schauinsland

Eine Rückschau auf das con tempo Konzert am 3. Juli im Rahmen des 7. mittelhessischen Kultursommers 1999

Die Aufführung von Udo Diegelmann und Ralph Mangelsdorff war ein berauschender Ausflug in unbekannte Hörwelten. Die gewaltige Stimme riss jedoch aus romantischem Entfliehen, zu klar war die Stimme der Seherin, Kassandra. Gerade in den Schlagwerken von Udo Diegelmann, in sich verdichtenden und lösenden Reihungen, in parallelen und gegenläufigen Rhythmen stiess das Ohr des Zuhörers auf Nichtigkeiten des Alltags, z.B. auf Schmiederhythmen. Doch im Wagnis, das Klangmaterial zu erweitern und mit bekannten Klängen zu verbinden, gelang es den Künstlern, das Publikum auf wunderbare Weise zu verzaubern.


Dillenburger Zeitung vom 25.5.1999

con tempo: Kontraste -

Neue Musik in der Evangelischen Stadtkirche

Das con tempo Ensemble überzeugte mit zeitgenössischen Werken im Wechsel mit mitelalterlichen Motetten. Als Einstieg hatten die Künstler eine Präsentation auf dem Marimbaphon gewählt- Solist war Udo Diegelmann. Die präzise Spielweise und die eingehende Rhythmik mit elektronischer Untermalung gaben dem Stück etwas meditatives.

Die mittelalterlichen Motetten faszinierten mit der Stimme des Countertenors Ralph Mangelsdorff. Die stimmliche Perfektion und die grosse Ausdruckskraft waren grossartig.

Im letzten Stück des Ensembles konnte man Neue Musik erleben. Die Darsteller vermischten musikalische Klangwelten aus allen Bereichen. Scherbenklänge, Gesangsfetzen und Schlagzeug wurden mit Tonbandeinspielungen untermalt und entführten die Zuhörer in eine neue Welt der Unterhaltung. Diese hatte nichts mit dem Platz auf dem Sofa zuhause gemein, der Tausch mit der Kirchenbank wurde auf diese besondere Art belohnt.


Offenbacher Post vom 8.2.1999

Marimbaphon-Recital

Udo Diegelmann hat das Marimbaphon als Soloinstrument entdeckt und spielt es wie ein Meister. Er präsentierte am Sonntag den Besuchern seines Konzertes im Gemeindehaus der Langener Petrusgemeinde ein ausgewähltes Programm auf einem ungewöhnlichen Instrument. Das Marimbaphon stammt ursprünglich aus Mittelamerika und besitzt einen vollen und warmen Klang, der durch Palisanderholzplatten und Resonanzröhren erzeugt wird.
Transkriptionen traditioneller kammermusikalischer Solowerke von u.a. J.S.Bach, P.Tschaikowski und R.Schumann ergänzten sich mit Werken zeitgenössischer Marimbamusik u.a. der japanischen Virtuosin Keiko Abé, des Neue Musik-Komponisten Alois Bröder oder einer Minimal-Komposition Diegelmanns mit Tonbandplayback.


Dillenburger Post vom 20.5.1997

Con tempo

Ungewöhnliche, aber interessante Klänge in der evangelischen Stadtkirche

-Den Abschluss machte das Ensemble mit der Uraufführung des Stücks FellZeitBänder von Udo Diegelmann. Noch einmal präsentierten Diegelmann und Mangelsdorff dem Publikum ihre hochkarätige technische Leistungsfähigkeit, die am Ende des Konzerts für jeden ausser Frage gestanden haben dürfte.


Dillenburger Zeitung vom 21.5.1997

Musikexperiment fand aufmerksames Publikum

Ralph Mangelsdorff, der im vegangenen Jahr in Dillenburg als Schwan in der Aufführung der Carmina Burana begeisterte, zeigte abermals seine beeindruckenden stimmlichen Fähigkeiten. Das Werk Kassandra stellte enorme physische Anforderungen an Sänger und Schlagzeuger. Mangelsdorff fesselte die Zuhörer mit theatralischen vorgetragenen höchsten extatischen Gesängen der Kassandra, um sofort im Anschluss in die Bassrolle des Chorführers zu schlüpfen. In wohlgesetztem Kontrast folgte aus Musik für die Messe ein mittelalterlicher Gesang: Personarem trinitatem für Countertenor und Schlagwerk.

Den Schluss des Konzertes bildete eine Uraufführung des Schlagzeugers Udo Diegelmann: FellZeitBänder. Dieses Werk für Countertenor, 5 Fellinstrumente und Tonband ist in Werk der Minimal -Art. Während das Tonand die rhythmische Vorgabe wiederholt, begann Udo Diegelmann mit seinen Instrumenten eine Phasenverschiebung zu diesem Rhythms, so dass sich Überlagerungen ergaben. Der vom Countertenor vorgetragene Text bezog sich inhaltlich auf das Wesen dieser Meditationsmusik: Zeit im Fluss der Veränderung.... Ein die Zuhörer packendes Werk, bei dem sich Sänger und Schlagzeuger in enormer Konzentraton ergänzten. Die Zuhörer dankten am Schluss mit ihrem Aplaus für ein Konzert, das durch seine Vielschichtigkeit und Farbigkeit beeindruckte und das durch hohe Professionalität und einer konzentrierten Ausführung, fast schon einer Besessenheit bestach.


Darmstädter Echo vom 18.2.1997:

Alois Bröders ent/lang/tast/end für Marimbaphon überraschte als augenzwinkernde körperliche Annäherung ans Instrument (Udo Diegelmann) mit hohem Unterhaltungswert.


Darmstädter Echo vom 25.2.1997:

Udo Diegelmanns minimalistisches „Anagramm 1“ für Marimbaphon war
von konzentriertem, suggestivem Reiz.


Main- Echo, 27.1.97

Schauerlich schöne Schlosstöne

Entfesselte Geister bei Chateauphonie in Frankfurt

Trommelschlagen vom Schlossgraben her; Fanfarenschmettern vom Belvedersche; Prinz, Prinzessin und der ganze imaginäre Hofstaat samt allen Handwerkern treten ein. Fragmente aus Kafkas Roman" Das Schloss", Gedichte von Eichendorff , Texte von Bachelard....

Ruth Fühner liest in fesselnder Mikro-Dramaturgie und mit faszinierend einfühlsamen Tonfall. Annemarie Roelofs spielt-Posaune, Geige; Udo Diegelmann schlägt Pauken, Marimbaphon, Tamburin, Kastagnetten- und streicht: seine ganz spezielle Version der singenden Säge (in Grösse eines Kontrabasses).

Die drei Künstler spielen hochvirtuos an diesen beiden wildromantischen Abenden und jeder auf seine ganz eigene Weise mit der Phantasie des Publikums. Im Schloss funktioniert das Telefon offenbar ausgezeichnet, heisst es bei Kafka. Das Telefon im Schlösschen trat den Beweiss dafür an- und zählte nunmehr ebenso zu den Akteuren wie die quakenden Enten im Schlossgraben, der jaulende Hund und der Kasettenrecorder.

(Brigitta Manzanec)


Frankfurter Rundschau vom 21.11.1996

Die von dem Schauspieler Ulrich Cyran eingeworfenen Spruch-Paraphrasen aus Peter Handkes „Die Weissagung“ wurden von Udo Diegelmann mit virtuoser Glaspercussion unterlegt.




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